Wie sehen die Oberflächen von Mars und Venus aus und welche Schlüsse können wir
daraus ziehen?
Bei der Beantwortung dieser Fragen hilft die Raman-Mikroskopie. Mit Hilfe eines kleinen,
robusten Gerätes, das wenig Energie benötigt, sollen zukünftig chemische, biologische und
mineralogische Informationen als Raman-Spektren von anderen Planeten zur Erde gefunkt werden.
Dieses Vorgehen beruht auf Wechselwirkungen von Laserlicht und Materie und stellt detaillierte
Informationen über Schwingungs- und Rotationszustände von Molekülen zur Verfügung.
Die Methode ist nach dem indischen Physiker C. V. Raman benannt, der 1930 für seine Arbeiten
über die Diffusion des Lichtes den Nobelpreis für Physik verliehen bekam. Das Verfahren der
Raman-Spektroskopie ist eine der wichtigsten Untersuchungsmethoden der Molekül- und
Festkörperphysik und eine bedeutsame Methode zur Materialcharak-terisierung. Die Möglichkeiten der
Oberflächenbestimmung auf fremden Planeten waren also schon lange bekannt, doch schritt die
Entwicklung u. a. durch besondere Detektoren, leistungsstarke Computer und die geeignete Software
erst in den vergangenen Jahren voran.
BERATA entwickelte innerhalb von nur zwölf Monaten das Objektiv, die Mechanik und die
Steuerelektronik des kompakten und robusten Raman-Mikroskops. Um den Energieverbrauch so gering wie
möglich zu halten, wurden die Optik und die Bildauflösung optimiert. Ziel des Projektes war, einen
Prototyp zu entwickeln, der von der Raumfahrtbehörde ESA zur Untersuchung von Oberflächenstrukturen
akzeptiert wird. Die Entwicklung weiterer Prototypen ist geplant, um alle notwendigen Tests
durchführen zu können.
