Bei Satellitenmissionen gibt es keine Rückrufaktionen: Reparaturen und
Nach-besserungen sind nach dem Start unmöglich und jedes Update der Bordsoftware ist mit einem
enormen Risiko verbunden. Daher werden schon in der Entwicklungsphase einer Satellitenmission alle
verwendeten Untereinheiten möglichst frühzeitig auf ihr reibungsloses Zusammenspiel getestet.
Während dies früher noch hauptsächlich mit zusätzlich gefertigten Hardwaremodellen durchgeführt
wurde, setzt sich seit einigen Jahren die computergestützte Simulation mehr und mehr durch.
In einer eigens dafür entworfenen Simulationsumgebung werden zunächst einfache
Softwaremodelle der Satellitenkomponenten ausgearbeitet. Parallel zum fortschreitenden Entwurf
werden diese dann durch immer komplexere Modelle ausgetauscht. So ist ein Test der Betriebssoftware
– und zuletzt auch des kompletten Bordrechners – möglich. Diese Simulationsmodelle werden vor ihrer
Programmierung gegen den Hardwareentwurf abgeglichen und die notwendigen Funktionen spezifiziert.
BERATA analysierte innerhalb von drei Monaten die Simulationsmodelle der kompletten
Energieversorgungsanlage, d.h. der Solarzellen, Batterie und Kontrolleinheit, sowie der
Thermalkontrolle einer wissenschaftlichen Satellitenmission. Das Ergebnis war eine Spezifikation
der geforderten Simulationsmodelle mit ihren internen und externen Schnittstellenbeschreibungen und
den Verhaltensmodellen der Unterkomponenten.
